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Eine Hommage an die Poesie

1. Februar 2010

…ist die neugestaltete Ausstellung im Schiller Nationalmuseum in Marbach. Marbach ist eine wunderhübsche kleine Stadt, auf einen kleinen Hügel gekuschelt, mit schützender Stadtmauer und einer Menge kleiner, schön hergerichteter Fachwerkhäuser und verwinkelten Gässchen. Das Museum befindet sich außerhalb der Stadt, auf der Schillerhöhe. Das Gebäude selbst wurde 1903 von den Stuttgarter Architekten Ludwig Eisenlohr und Carl Weigele entworfen und ist an sich schon sehenswert. Die beeindruckende Eingangstreppe und die palastartig großzügigen und hellen Räume erinnern an das Lustschloß Monrepos. Sie unterstreichen die Rezeption Friedrich Schillers als einen bedeutenden und verehrten Schriftsteller, heute wie auch bereits zu seinen Lebzeiten.

Foto: DLA Marbach

Die Ausstellungsstücke sind in etwas abgedunkelten und kühlen Räumen ausgestellt und sehr gelungen beleuchtet und in Szene gesetzt. Man muss viel lesen in diesem Museum – denn der Inhalt der Manuskripte und Briefe Schillers, sein Horizont und seine Persönlichkeit erschließen sich dem Besucher nicht durch häppchenartige Texte auf Tafeln. Man muss schon die ausgestellten Briefe selbst lesen und sich seine Portraits und persönlichen Gegenstände genau anschauen, um sich aus den vielen Puzzelsteinen selbst ein Bild dieses Künstlers zu machen.

Foto: DP, NZZ online

Besonders gut hat mir die Präsentation von Schillers Horizont und seinem literarischen Umfeld gefallen: in diesem Raum befindet sich an der Wand ein Horizont aus leuchtenden Stichworten, und zu jedem Stichwort findet sich in den Vitrinen ein lexikonartiger Text sowie Bücher und persönliche Gegenstände aus Schillers Nachlass zu diesem Thema. Auf diese Weise erhält man einen sehr guten Überblick über Friedrich Schillers Umfeld und die Literatur die er selbst gelesen hat.
Die Ausstellung lädt zum ausführlichen Lesen und Verweilen ein – man sollte schon einige Stunden dafür einplanen. Durch den Aufbau und die Gliederung, durch die sorgfältige Zurückhaltung von Wertungen oder Zusammenfassungen, sowie auch in den schön formulierten Ausstellungstexten wird das Museum selbst zu einem Raum der Homage an die Poesie,an die Macht der Wörter und an die Phantasie.

Hier gehts zur Homepage des Museums
Hier findet man einiges über Schillers Leben und Werke
Hier gehts zu Schillers Werken in der Gutenberg-Bibliothek

und schon ist es wieder Zeit für…

30. Januar 2010

den nächsten Wochenrückblick! (-; Diese Woche habe ich viel gearbeitet und war auch sonst so beschäftigt dass ich gar nicht zum schreiben gekommen bin, und auch gar keine Inspiration oder Stoff für einen Eintrag gehabt hätte. Damit mein Blog jetzt nicht nur noch aus Rückblick-Listen besteht, zeige ich euch noch ein paar Fotos, die heute auf meiner Fotopirsch durch den eisigen Garten meiner Eltern entstanden sind.
Ich wünsche allen ein entspanntes Wochenende!

Meine Woche:

gesehen: Friendship – sehr lustig!
gehört:
Lhasa de Sela, The Living Road
gelesen:
Stefan Merrill Block, The Story of Forgetting
gegessen:
Braten mit selbstgemachten Spätzle, Orangenmuffins
getrunken:
Kaffee zum wachwerden und Sekt, einfach so!
geplant: einen Ausflug nach Stuttgart am nächsten Wochenende
getan:
mein Schlafdefizit wieder ausgeglichen
geknipst:
die glitzernde Winterlandschaft
geärgert:
über einige meiner Kollegen
gefreut:
mit Mama Spätzle gerieben und die Küche eingesaut zu haben (-;
gefunden:
eine lustige und berührende Fotoserie: my parents were awsome
gekauft:
Karten für die Oper am Sonntag

***



meine Woche

22. Januar 2010

Diese Woche habe ich…

gesehen: einige Freunde, die ich schon lange nicht mehr getroffen habe
gehört:
einiges von Tom Waits
gelesen:
Siri Hustvedt, The Blindfold und einen Andreas Feininger Bildband
gegessen:
Toast Hawaii
getrunken: viel Kaffee, Zitronensprudel, Tee und einen Singapore Sling
geliehen: Alice Sebold, The Lovely Bones und Thomas Glavinic, Das Leben der Wünsche
gerochen: die verqualmte Wohnung unserer Nachbarn bis in den Hausflur
geplant: ein schönes Wochenende mit meinen Eltern und einen Kaffeeklatsch mit meiner Freundin
getan: zu wenig
geknipst: Möwen mit Wind um den Schnabel
geschrieben: Bewerbungen, Bewerbungen, Bewerbungen und eine Filmrezension
geärgert: über eine Absage
gefreut: dass heute morgen mal wieder die Sonne geschienen hat! weiter so! 🙂

Die Idee zum Wochenrückblick habe ich von mädchenblogt!

Das Kabinett des Dr. Parnassus

20. Januar 2010

Dr. Parnassus (Christopher Plummer) zieht mit seinem Wanderschauspielwagen und seiner kleinen Schaustellertruppe durch London. Im Wagen befindet sich ein magischer Spiegel, der Besucher den Eintritt ins Imaginarium ermöglicht, einer fantastischen Welt die genau nach den Wünschen des Besuchers  gestaltet ist. Dr. Parnassus ist unsterblich, da er einen Pakt mit dem Teufel (Tom Waits) eingegangen ist. Der Preis, den er jetzt dafür zahlen soll, ist allerdings hoch: er hat dem Teufel dafür seine Tochter Valentina (Lily Cole) versprochen, sobald diese 16 Jahre alt wird. Doch der Teufel lässt sich auf einen neuen Pakt ein: Valentina soll verschont bleiben, wenn Dr. Parnassus ihm dafür mit seinem Imaginarium 5 andere Seelen beschafft. Aber das Geschäft läuft schlecht, und die Zeit läuft davon… Da stößt eines Tages auf merkwürdige Art und Weise der undurchsichtige Tony (Heath Ledger) zur Schaustellertruppe, der ein ungewöhnliches Verkaufstalent hat…

Die Handlungsebene des Films ist recht kompliziert. Neben dem Duell zwischen Dr. Parnassus und dem Teufel nimmt auch die Dreiecksbeziehung zwischen Parnassus Tochter Valentina, dem Schausteller Anthony und Tony einen wichtigen Stellenwert ein, außerdem Tonys rätselhafte Vergangenheit. Während diese Beziehungen auf der realen Ebene des Films noch mehr oder weniger übersichtlich wären, wird durch die zusätzliche Ebene des Imaginariums das ganze schon deutlich komplizierter.

Der Film kann als Parabel aufs Geschichtenerzählen, auf die Magie von Phantasie, aber auch als Konsumkritik verstanden werden. Denn Dr. Parnassus behauptet gegenüber dem Teufel, dass niemand es verhindern könnte, dass Geschichten weiter erzählt werden. Seine Mission ist es, den Menschen eine Phantasiewelt zu zeigen und Geschichten zu erzählen. Diese haben jedoch immer weniger Interesse am Imaginarium. Dies ändert sich erst, als Tony eine bessere Vermarktungsstrategie entwickelt und das Imaginarium in einem Einkaufszentrum konsumfähig macht.
Der Film setzt außerdem einen starken Akkzent auf die Bedeutung moralischen Handelns. Das Imaginarium ist ein Labyrinth an moralischen Entscheidungen, durch die sich der Besucher seinen Weg suchen muss. Interessant ist auch die Gegenüberstellung der beiden Gegenspieler Dr. Parnassus und Teufel Nick. Weder der eine noch der andere verkörpert das Idealbild von Gut bzw. Böse: Dr. Parnassus ist ein Spieler, der für eigensüchtige Zwecke seine eigene Tochter aufs Spiel setzt, und der Teufel ist selbst an der gerechten Bestrafung eines Betrügers interessiert.

Die Vielschichtigkeit des Films eröffnet zwar vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Gleichzeitig wirkt der Film aber etwas überfrachtet, während keiner der Ansätze wirklich klare Konturen anzunehmen vermag. Stattdessen bleibt es bei einem Puzzlespiel an Hinweisen und losen Enden, die den Zuschauer etwas verwirrt ohne eine eindeutige Aussage zurücklassen.

Visuell ist der Film hervorragend umgesetzt worden, sowohl die Szenen in London, als auch die Effekte im Imaginarium, allein schon deswegen lohnt sich der Kinobesuch! Auch die schauspielerischen Leistungen, besonders von Heath Ledger, Christopher Plummer und Tom Waits sind sehr überzeugend. Auch der kleine Gastauftritt von Johnny Depp ist hervorzuheben, da ihm trotz des sehr kurzen Auftritts wie immer eine hervorragene Leistung gelingt (Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell haben nach dem plötzlichen Tod von Heath Ledger dessen Rolle innerhalb des Imaginariums übernommen).

Fazit: der Film ist sehr empfehlenswert, man darf allerdings keine einfache Kost erwarten! Er lässt einen nachdenklich zurück, und vielleicht muss man ihn sich mehrmals anschauen, um alle verzweigten Andeutungen und Metaphern völlig würdigen zu können.

Hier gehts zum Trailer.

ein Ohrwurm für alle…

13. Januar 2010

… und weil ich am Freitag noch einmal ins Theater in Shoot the Moon – Eine Nacht mit Tom Waits gehe!

letztes Wochenende…

11. Januar 2010

haben wir einen kleinen Ausflug in die Schweiz unternommen. Für unseren Spaziergang haben wir uns das wunderhübsche Dörfchen „Berg“ ausgesucht, das eine wunderbare Aussicht auf den Säntis und die ganze Bergkette hat.
Es war wunderbar, mal wieder ein bisschen raus zu kommen und Sonne zu tanken. Zur Zeit sieht man sie ja leider nicht so oft. Das sind doch die besten Seiten des Winters, wenn man im glitzernden Schnee spazieren gehen kann und dann nach Hause kommen und sich für den Rest des Sonntagabends mit nem schönen heißen Kakao und nem guten Buch aufs Sofa kuscheln kann!

Der Start ins Neue Jahr…

6. Januar 2010
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Ich wünsche allen ein glückliches neues Jahr!

Wir sind in Dresden ins Jahr 2010 gerutscht – zusammen mit viel gutem Essen, netten Freunden, etwas Glatteis, und diesmal ohne gute Vorsätze. Vorsätze hab ich mittlerweise aufgegeben, denn eigentlich bin ich im Moment mit meiner Situation ganz zufrieden – abgesehen davon dass mir noch ein Traumjob fehlt. Aber in dieser Hinsicht komme ich wohl mit guten Vorsätzen nicht sehr viel weiter. Deshalb habe ich diesmal statt den Vorsätzen einen Wunsch losgeschickt. Vielleicht hilfts ja was (-:

Dresden ist übrigens eine wunderschöne Stadt. Ich muss unbedingt noch einmal bei besserem und vor allem wärmeren Wetter dorthin. Immerhin, es hat nicht aus Kübeln geschüttet wie bei unserem letzten Städtetrip nach München. Stattdessen gabs Minusgrade, Nebel und Glatteis. Wegen der angekündigten Schneemassen sind wir dann auch nicht so lange geblieben wie ursprünglich geplant. Aber was ich durch den dichten Nebel von Dresden sehen konnte hat mir sehr gut gefallen und mich ein bisschen an Prag erinnert (vielleicht auch wegen dem Nebel?). Beeindruckende Barockgebäude mit wunderschönen Fassadenverzierungen und Figuren an allen Ecken und Enden, an manchen Stellen noch rußgeschwärzt vom Bombardement des 2. Weltkrieg. An der Frauenkirche zum Beispiel sieht man noch deutlich die alten, dunkleren Steine, die beim Wiederaufbau an manchen Stellen wiederverwendet wurden.

Das Feuerwerk haben wir uns von einem Aussichtspunkt über der Stadt angesehen, von dort hatte man einen guten Eindruck wie riesig die Stadt ist, und die vielen vielen Raketen wirkten winzig klein. Es war toll!

Die Semperoper

Der Zwinger

Die Hofkirche verschwindet im Nebel…

Die Frauenkirche